26 Apr

Zum 250. Geburtstag: über Schlegels „wirklich schlechtes Buch“ und warum es gelesen werden sollte

Von Max Brinnich (Wien)


Friedrich Schlegel wurde sicher für vieles hochgerühmt, für manches aber gleichermaßen tief verdammt: sein Konzept der Universalpoesie etwa, das keine Grenzen mehr kennt, zwischen Literatur und Philosophie einerseits und zwischen Kunst und Natur und Leben und Poesie andererseits, oder auch sein frühes Verständnis der Grundzüge der hermeneutischen Methode und des Perspektivenwechsels, den diese erforderlich macht – dass einen Text zu verstehen eben weit weniger bedeutet, den ursprünglichen Intentionen seines Autors nachzuspüren, sondern vielmehr selbst Hand anzulegen, selbst Kritik zu üben –, aber auch seine tragende Rolle innerhalb der Romantik und noch vieles mehr haben ihn zeitlebens als feingeistigen Denker bekannt und später dann zu einer zentralen Figur der deutschsprachigen Ideengeschichte gemacht. Weniger bekannt sind seine literarischen Bemühungen. Diese haben seinen Ruhm nicht gerade vermehrt.

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15 Feb

Mensch und Natur in der Romantik – Eine romantische Ökologie

von Giulia Valpione (Padua)


Die Romantik reflektiert über die Stellung des Menschen innerhalb der Natur aus wissenschaftlich-naturwissenschaftlicher, metaphysischer und politischer Perspektive. In einer Zeit wie der heutigen, in der die Folgen der ökologischen Krise nicht mehr zu leugnen sind – Anstieg des Meeresspiegels, Verschlechterung der Luftqualität, zunehmende Dürre in ehemals fruchtbaren Gebieten, immer häufiger auftretende Wetterphänomene, die früher als “außergewöhnlich” galten, und natürlich die aktuelle Pandemie – halte ich es für unerlässlich, zu den Werken der deutschen Romantiker (einschließlich F. Schlegel und Novalis) zurückzukehren, um nach konzeptionellen Werkzeugen zu suchen, mit denen wir unsere Beziehung zur Natur neu überdenken können.

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