17 Jan

Sinn im Leben durch soziale Einbettung

von Michael Kühler (Münster/Hannover)


Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Aufsatz, der im Schwerpunkt “Das Schöne, Wahre und Gute. Das sinnvolle Leben in der Diskussion” in der Zeitschrift für Praktische Philosophie erschienen ist.


Was vermag uns in unserem Leben das (begründete) Gefühl zu geben, dass wir ein sinnvolles Leben führen? Anders gefragt: Welche Elemente in unserem Leben haben das Vermögen, sinnstiftend zu sein?

Die Frage nach dem sinnvollen Leben bzw. der Kategorie des Sinns im Leben hat in jüngerer Zeit in der Philosophie wieder zunehmende Beachtung gefunden, wie nicht zuletzt auch der aktuelle Schwerpunkt zum Thema in der Zeitschrift für Praktische Philosophie bezeugt, auf den sich dieser Blogbeitrag gründet.[1] Diskutiert wird nicht nur einmal mehr die klassische Frage nach einem möglichen Sinn des Lebens im Ganzen, sondern in erster Linie die Frage nach dem Sinn im Leben, d.h. was ein Leben zu einem sinnvoll geführten Leben macht. Paradebeispiele hinsichtlich der letzteren Frage, die in der Literatur immer wieder angeführt werden, sind Nelson Mandela, Mutter Teresa, Albert Einstein und Fjodor Dostojewski, die jeweils Werte wie Freiheit, Barmherzigkeit, wissenschaftliche Erkenntnis oder künstlerisches Schaffen verfolgt, befördert oder geschaffen haben.[2] Ein sinnvolles Leben ist demnach eines, in dem die Person bestimmten als wertvoll und daher sinnstiftend angesehenen Tätigkeiten nachgeht oder bestimmte zur Sinnstiftung geeignete Werte zu befördern sucht.[3]

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