17 Aug

Die philosophisch anspruchsvolle Hinterlassenschaft des Berichtes „Grenzen des Wachstums“

Von Eugen Pissarskoi (Tübingen)


Vor 50 Jahren ist der Bericht an den Club of Rome „Grenzen des Wachstums“ erschienen. Seine Autor*innen – Donella H. Meadows, Dennis L. Meadows, Jørgen Randers und William W. Behrens III – behaupteten darin:

Wenn das weltweite Wachstum der Bevölkerung und der Industrieproduktion aufrechterhalten bleibt, wird die Menschheit mit hoher Sicherheit die Grenzen der Tragfähigkeit des Planeten innerhalb des 21. Jahrhunderts überschreiten – d. h. seine natürlichen Ressourcen und ökologische Aufnahmekapazität derart ausgeschöpft haben, dass wirtschaftliche Schrumpfungsprozesse aufgrund von natürlichen Knappheiten ausgelöst werden.

Diese Behauptung selbst war nicht neu. Neu war ihre Begründung mithilfe eines Weltmodells, das computergestützt nicht-lineare Dynamiken mit Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen und natürlichen Systemen berechnete, die zuvor nicht berechnet werden konnten.

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05 Jul

Wie kompatibel sind Postwachstum und Sozialstaat?

Von Milena Büchs (Leeds)


Aus ökologischer Sicht ist die Kritik am Wachstum heute gut begründet. Doch oft werden Bedenken geäußert, dass soziale Ziele wie hohe Beschäftigung, Armutsbekämpfung und Umverteilung ohne Wachstum nicht zu haben sind: Sozialstaaten im globalen Norden sind vom Wachstum abhängig, so heißt es. In diesem Beitrag werde ich das Verhältnis von Wachstum und Sozialstaat kritisch diskutieren und Vorschläge für ökologisch kompatible Formen des Sozialstaats machen. Aus Platzgründen beschränke ich die Diskussion auf die Situation im globalen Norden, auch wenn es ebenso wichtig ist, die sozialen Konsequenzen von Postwachstum im globalen Süden zu beleuchten.

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24 Mai

Grenzen des Wachstums oder Wachstum der Grenzen?

Von Ingo Pies (Halle-Wittenberg)


Das 1972 als Bericht an den Club of Rome publizierte Buch über die Grenzen des Wachstums hat in den letzten fünf Jahrzehnten eine ganz außerordentliche Wirkung entfaltet: Es hat der öffentlichen Diskussion über die nachhaltige Entwicklung der Weltgesellschaft ein intuitiv eingängiges Paradigma vorgegeben, einen Denkrahmen, der vorbestimmt, wie die Problemstellung gedacht wird sowie welche Problemlösungsoptionen ins Blickfeld geraten – und welche nicht.

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