10 Dez

Subjektive Freiheit – Warum es in einer Diktatur keine Objektivität geben kann

Von Susanne Herrmann-Sinai (Oxford)


Zu Zeiten des ausgehenden real-existierenden Sozialismus in der DDR erzählte man sich folgenden Witz: „Erich Honecker hat in einer Rede gesagt: ‚Der Kapitalismus steht vor einem Abgrund.‘ Und er hat auch gesagt: ‚Der Sozialismus ist dem Kapitalismus stets einen Schritt voraus.‘“ – Der Charme mag vielleicht etwas angestaubt sein, dennoch eignet sich das Beispiel, um auf die Freiheit des Denkens auf unterschiedlichen Ebenen zu reflektieren. Und auch wenn G.W.F. Hegel selbst kein Zeitzeuge des historischen Kontexts gewesen war, kann seine Philosophie dabei helfen, diese Ebenen zu verstehen.

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25 Sep

Gefährliche oder experimentelle Liebe? Philosophische Überlegungen über #MeToo

von Federica Gregoratto (St. Gallen)[1]


„Me too“ ist ein Ausdruck, den fast jede Frau (und einige Männer) als Antwort auf eine Erzählung von sexueller Belästigung formulieren kann. Hashtag #MeToo wurde im Oktober 2017 von der Schauspielerin Alyssa Milano, kurz nach der Veröffentlichung von den erheblichen Anschuldigungen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein lanciert: Frauen aller Länder wurden aufgerufen, über Twitter oder andere soziale Netzwerke ihre Erfahrungen als Target von ungewollter sexueller Aufmerksamkeit, Stalking, Erpressung, Angriff, Vergewaltigung mitzuteilen. Der Aufruf ging unmittelbar viral.[2] Männer scheinen diejenigen zu sein, die am meisten dazu neigen, ihre politische, ökonomische oder symbolische Macht in sexuellen Bereichen zu missbrauchen; Frauen können es aber auch.[3]

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