13 Nov

#Metoo und Frauen in der akademischen Philosophie: Der perfekte Sturm

von Andrea Klonschinski (Kiel)


Was ist die #Metoo Debatte?

Bevor das Thema #Metoo sinnvoll diskutiert werden kann, gilt es zunächst zu klären, was genau eigentlich gemeint ist, wenn von der #Metoo Debatte die Rede ist. Hier sind mindestens zwei verschiedenartige Phänomene zu unterscheiden: erstens der Hashtag #Metoo, unter dem zunächst Vergewaltigungsvorwürfe gegenüber Hollywoodgrößen laut wurden, der sich später aber zu einem Forum entwickelte, in dem Frauen ein breites Spektrum an Erfahrungen mit Sexismus schildern. Diese Berichte sind sicherlich „undifferenziert“, wie Kritiker häufig einwenden, insofern sie subjektiv sind und zunächst einmal unverbunden nebeneinanderstehen. Aber genau darin liegt auch die Wirkungsmacht von #Metoo: diese Erfahrungen erst einmal ungefiltert an die Öffentlichkeit zu bringen. Zweitens hat dieses Twitter-Phänomen nämlich bekanntermaßen eine mediale und gesellschaftliche Debatte über den Umgang von heterosexuellen Frauen und Männern miteinander im Rahmen gesellschaftlicher Machtverhältnisse angestoßen.[*] Diese Debatte findet im Feuilleton statt, in Talkshows, am Küchen- oder Stammtisch sowie in der Paneldiskussion „#Metoo@Philosophie“ im Rahmen der VI. Tagung für Praktische Philosophie, auf der dieser Text basiert.

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28 Jun

Über Bücher schreiben. Utopie und Alltag einer Online-Zeitschrift

von der Redaktion der Zeitschrift für philosophische Literatur


In diesem Herbst wird die Zeitschrift für philosophische Literatur (www.zfphl.de) ihren fünften Geburtstag feiern. Wenn unsere Rezensent_innen und Gutachter_innen weiterhin mit so großem Enthusiasmus und Fleiß zu Werke gehen wie bisher, werden wir dann etwa 150 Rezensionen neuer Bücher veröffentlicht haben. Diese erfreulich große Bereitschaft, Rezensionen zu schreiben, und die steigenden Zahlen unser Leser_innen lassen begründet vermuten, dass die Zeitschrift eine Lücke füllt. Nicht, weil es keine andere Möglichkeit gäbe, Rezensionen zu veröffentlichen, aber weil der Charakter so langer Rezensionen, wie die Zeitschrift für philosophische Literatur sie publiziert, ein anderer ist, als wenn ein Buch auf wenigen Zeilen zusammengefasst werden muss und bestenfalls in einer knappen Bemerkung kritisch beurteilt werden kann. Zudem erscheinen diese Rezensionen online und frei verfügbar (Open Access) – sie sind insofern für ein größeres Publikum sichtbar und helfen, so hoffen wir, Philosoph_innen (vorwiegend deutschsprachige) rascher über neue Bücher zu informieren.

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