02 Okt

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Experimentelle Philosophie und die Qualität empirischer Daten

von Thomas Pölzler (Graz)


Stellen Sie sich vor, Sie fragen einen Bekannten nach seiner Meinung zum neuen österreichischen Arbeitszeitgesetz. „Bedenklich“, antwortet er in festem Tonfall. Sie nicken zustimmend und lehnen sich zurück. Einen Moment später jedoch realisieren Sie, dass Ihr Bekannter gar nicht von seinem Handy aufgesehen hat. Seine Antwort hat er überdies schon gegeben, noch bevor Sie Ihre Frage ganz ausgesprochen hatten. Und als Sie ihn nun bitten, seine Meinung zu begründen, bemerkt er nur, dass das Arbeitszeitgesetz im Juni eingebracht worden sei. – Sie werden unsicher. Ist Ihr Bekannter wirklich der Ansicht, dass das Gesetz bedenklich ist?

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06 Sep

Philosophisches Außenministerium gibt Entwarnung: Lehnstühle sicher vor experimentellen Philosophen

von Paul Rehren (Bielefeld)


Als ich das erste Mal nach Braunschweig gekommen bin, war ich ziemlich positiv überrascht. Ich hatte mir eine etwas heruntergekommene Braunkohlestadt ausgemalt. Stattdessen stellte sich die Stadt als grün, wohnlich und insgesamt sehr angenehm heraus. Woher kamen meine Vorurteile? Schwer zu sagen. Doch in jedem Fall hätten sie mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür gesorgt, dass mir, wäre meine Freundin nicht vor einiger Zeit dorthin gezogen, ein wirklich schönes Fleckchen Erde in Deutschland entgangen wäre.

Hier möchte ich vorschlagen, dass etwas ganz Ähnliches auf einen bestimmten Fleck auf der philosophischen Landkarte zutrifft: Die experimentelle Philosophie. Auch die experimentelle Philosophie hat ihren BesucherInnen und AnwohnerInnen viel zu bieten; auch in ihrem Fall werden, so denke ich, einige durch irrigen Ansichten davon abgehalten, vorbeizuschauen.

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