24 Jul

Gruppenbezogene Benachteiligung. Précis zu „Diskriminierung und das Kriterium der Gruppenzugehörigkeit“

von Hauke Behrendt (Stuttgart)


Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Aufsatz, der im Schwerpunkt “Diskriminierung” in der Zeitschrift für Praktische Philosophie erschienen ist. Der Beitrag kann auch als Podcast gehört und heruntergeladen werden:


Der Diskriminierungsbegriff ist bis heute umkämpft. Obwohl die meisten philosophischen, rechtlichen und politischen Diskussionen davon ausgehen, dass Diskriminierung falsch ist und verboten sein sollte, sind die begrifflichen Voraussetzungen und genauen Anwendungsdetails noch immer strittig. Um ein moralisches wie rechtliches Diskriminierungsverbot richtig beurteilen und ggf. sauber umsetzen zu können, ist es daher erforderlich, gründlich zu bestimmen, was eine diskriminierende Behandlung im Kern ausmacht. Dafür müssen explizite Kriterien formuliert werden, die den Tatbestand präzise auf den Begriff bringen.

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16 Jul

Huxleys Albtraum. Über verwerfliche Diskriminierung und die Rolle des Staates

von Michael Oliva Córdoba (Hamburg)


Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Aufsatz, der im Schwerpunkt “Diskriminierung” in der Zeitschrift für Praktische Philosophie erschienen ist.


Was ist Diskriminierung? Wann ist sie verwerflich? Dies sind philosophisch heikle Fragen. Mein Beitrag stellt sie in den Zusammenhang der Arbeiten Larry Alexanders und Kaspar Lippert-Rasmussens. Anders als diese Denker nehme ich jedoch primär die Perspektive der Politischen Philosophie ein. Wer einerseits schon mal von einer Meute rechtsradikaler Fußballfans mit „Ausländer raus!“-Rufen durch die Straßen gescheucht wurde, und andererseits auf dem zuständigen Amt um seine Einbürgerung bangen musste, weil er als Jugendlicher demonstrieren gegangen war, der weiß, dass sich beides sehr unterschiedlich anfühlt. Es macht eben einen großen Unterschied, ob mich meine Mitbürger beim Bäcker oder an der Ampel scheel ansehen, oder ob mir dies auf der Wache, auf dem Amt oder vor Gericht widerfährt. Etwas Größeres ist hier im Spiel. Der Blick ‚allein‘ auf das verabscheuungswürdige Verhalten fragwürdiger Individuen fängt dies nicht ein. Im Gegenteil, ein so verengter Blick kann diesen Unterschied sogar verschütten.

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15 Jan

#MeToo und die akademische Philosophie

Von Norbert Paulo (Graz & Salzburg)


Was #MeToo mit der akademischen Philosophie zu tun hat? Leider eine Menge. Die #MeToo-Debatte betrifft zwar vor allem sexuelle Gewalt, darüber hinaus aber auch andere systematische Benachteiligungen wegen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe innerhalb bestehender Machtverhältnisse. Ich glaube, dass die Art und Weise, wie wir an den Universitäten Philosophie betreiben, solchen Benachteiligungen förderlich ist. Die Lösung ist simpel: Wir sollten anders Philosophie betreiben.

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