14 Jun

Sustainable Development Goals und Postwachstum: Kritik der politischen Rhetorik

Von Christoph Henning (Erfurt)


Um der ökologischen Krise zu begegnen, ohne politisch unbeliebte Entscheidungen zu treffen, hat sich weltweit eine Zauber-Rhetorik verbreitet: Wir können alles ändern und zugleichweitermachen wie bisher. Diese global veröffentlichte Meinung manifestiert sich nicht nur in Parteiprogrammen, sondern auch in den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der UNO von 2015. Bei näherem Hinsehen lassen sie sich allerdings nur dann umsetzen, wenn sie mit einer Strategie der Reduzierung wirtschaftlichen Verbrauchs einhergehen, also mit Postwachstum. Das will dieser Blog zeigen.

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02 Nov

Videos: Online Diskussion: Philosophie und Armut – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Am 6. Oktober 2021 fand die online Diskussion “Philosophie und Armut – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?” statt. Es diskutierten Anke Graneß (Hildesheim), Christoph Henning (Erfurt), Ina Schildbach (OTH Regensburg) und Anne Schwenkenbecher (Murdoch). Die Statements zum Podium sind hier als Videos dokumentiert.

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31 Mai

Die doppelte Religionskritik bei Marx

von Christoph Henning (Erfurt)


Bereits der junge Marx hat wichtige Beiträge zur Kritischen Theorie verfasst: neben einer Kritik des Rechts und der Politik etwa eine Kritik der Religion. Diese hängt eng mit einer Auseinandersetzung um die Pressefreiheit als Motor der Demokratisierung zusammen, die Marx zuvor geführt hatte. Zum einen waren religiöse Themen, oder besser: die Kritik an religiösen Themen, ein Gegenstand, der oft von Zensurmaßnahmen betroffen war. Eine Religionskritik hatte beispielsweise zum Berufsverbot von Marxens Mentor Bruno Bauer geführt, weswegen Marx überhaupt zum Journalisten geworden war (als Plan B, anstelle einer akademischen Anstellung). Zum anderen wurde zur Rechtfertigung dieser Zensur ebenfalls auf bestimmte theologische Annahmen rekurriert; Religion wurde also politisch instrumentalisiert. Marx kritisiert beides, sowohl die Religion selbst als auch ihre politische Instrumentalisierung. Die beiden Kritiklinien treten häufig zusammen auf, sind in der Sache aber zu trennen – und zwar deswegen, weil die Kritik an der Instrumentalisierung von Religion selbst auf theologische Argumente zurückgriff. Der Lehrstuhl seines Mentors Bauer wäre ein theologischer gewesen, und man kann davon ausgehen, dass Marx nicht nur mit der Bibel, sondern auch mit der zeitgenössischen Theologie gut vertraut war.

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