13 Nov

#Metoo und Frauen in der akademischen Philosophie: Der perfekte Sturm

von Andrea Klonschinski (Kiel)


Was ist die #Metoo Debatte?

Bevor das Thema #Metoo sinnvoll diskutiert werden kann, gilt es zunächst zu klären, was genau eigentlich gemeint ist, wenn von der #Metoo Debatte die Rede ist. Hier sind mindestens zwei verschiedenartige Phänomene zu unterscheiden: erstens der Hashtag #Metoo, unter dem zunächst Vergewaltigungsvorwürfe gegenüber Hollywoodgrößen laut wurden, der sich später aber zu einem Forum entwickelte, in dem Frauen ein breites Spektrum an Erfahrungen mit Sexismus schildern. Diese Berichte sind sicherlich „undifferenziert“, wie Kritiker häufig einwenden, insofern sie subjektiv sind und zunächst einmal unverbunden nebeneinanderstehen. Aber genau darin liegt auch die Wirkungsmacht von #Metoo: diese Erfahrungen erst einmal ungefiltert an die Öffentlichkeit zu bringen. Zweitens hat dieses Twitter-Phänomen nämlich bekanntermaßen eine mediale und gesellschaftliche Debatte über den Umgang von heterosexuellen Frauen und Männern miteinander im Rahmen gesellschaftlicher Machtverhältnisse angestoßen.[*] Diese Debatte findet im Feuilleton statt, in Talkshows, am Küchen- oder Stammtisch sowie in der Paneldiskussion „#Metoo@Philosophie“ im Rahmen der VI. Tagung für Praktische Philosophie, auf der dieser Text basiert.

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11 Sep

Geld für facebook-Nutzer? Was die Bepreisung unserer Daten mit Gerechtigkeit zu tun hat

von Andrea Klonschinski (Kiel) und Alexander Lorch (Kiel)


Wer sich im Internet bewegt, generiert Daten – sei es bei der Nutzung von Suchmaschinen, beim Online-Einkauf oder bei der Verwendung von sozialen Netzwerken. Unternehmen, die Online-Plattformen zur Verfügung stellen, nutzen diese Daten für die Optimierung ihrer Produkte und Werbeanzeigen und handeln darüber hinaus auch mit den aggregierten Daten ihrer Nutzer. Auf einer Veranstaltung in Berlin prangerte Angela Merkel nun den Umstand an, dass die Nutzer für die Preisgabe ihrer Daten nicht angemessen entschädigt würden: „Die Bepreisung von Daten, besonders die der Konsumenten, ist aus meiner Sicht das zentrale Gerechtigkeitsproblem der Zukunft“, sagte Merkel auf dem Global Solutions Summit im Mai.

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15 Mai

Philosophie im Kinosessel

von Andrea Klonschinski (Kiel)


Philosophische Filmreihe als populäre Philosophie

Philosophische Themen auf eine unterhaltsame Art vermitteln und mit einem breiteren, nicht unbedingt philosophisch vorgebildeten Publikum diskutieren – geht das? Ja, das geht – und zwar sehr gut! Diese Erfahrung habe ich zumindest mit der philosophischen Filmreihe „Filmisches Philosophieren“ gemacht, die ich 2012 in Regensburg aus der Taufe gehoben, dort bis 2016 organisiert habe und seit 2017 in Kiel fortführe. Ich möchte im Folgenden das Konzept dieser Reihe vorstellen, einen Überblick über Filme und diskutierte Themen geben und skizzieren, warum ich die Filmreihe und vergleichbare Formate für „populäre Philosophie“ im Besten Sinne halte, von der sowohl die Öffentlichkeit, als auch die akademische Philosophie selbst profitieren.

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