19 Jan

Alter, Literatur und die Gender-Frage

von Marlene Kuch (Würzburg)


Je älter wir werden, desto mehr verlieren wir, und die Frauen verlieren mehr als die Männer, schreibt (frei übersetzt) die Marquise de Lambert, eine französische Schriftstellerin des 18. Jahrhunderts (Traité de la vieillesse, posthum 1747). Umso schlimmer, dass die Frauen, so die Marquise, von den Philosophen vernachlässigt und allein gelassen werden. Sie selbst sieht sich in der Lage, sich mit ihrem eigenen Denkvermögen zu behelfen, aber wehe den „galanten“ Frauen, die ihr Selbstwertgefühl allein aus der Wirkung ihrer weiblichen Reize schöpfen! Sie wird das Alter besonders hart treffen, denn nichts ziemt sich weniger, als seiner Umgebung „un visage sans grâces“, ein Gesicht ohne Reize, zuzumuten. Wenn man (als alternde Frau) öffentliche Orte nicht mehr „schmücken“ könne, solle man sie meiden. Was bleibt dann noch? Loslassen, wie wir heute sagen würden, Rückzug aus der Gesellschaft, Besinnung auf die inneren, die wahren Werte, Hinwendung zu Gott. Madame de Lambert stützt sich auf die einschlägigen (männlichen) Autoren (Cicero, Seneca, Montaigne, Pascal u.a.), um ihren Geschlechtsgenossinnen philosophischen Trost im Alter zu spenden. Dies ist gut gemeint, aber waren ihre Betrachtungen wirklich tröstlich in einer Welt, in der die meisten Frauen gelernt hatten, wie wichtig körperliche Reize sind?

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11 Aug

Alter und Zeit

Von Kay Herrmann (Chemnitz)


Alter und Altern sind unweigerlich an Zeit gebunden. Doch was ist überhaupt Zeit? Warum scheint Zeit einmal langsamer, ein andermal schneller zu vergehen? Kann man den beharrlichen Strom der Zeit überlisten und Möglichkeiten finden, das Altern zu umgehen? Was sagt die Physik zu Thema der Zeitreisen?

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