Sinn des Lebens

Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens wurde schon viele versucht. Für Douglas Adams ist es eine Zahl, nämlich 42. Für Aristippos von Kryene ist es der „gepflegte Genuss“. Und manch anderer hält die Frage für überflüssig, sinnlos, ja vielleicht sogar schädlich. Jedenfalls ist nicht zu leugnen, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens existentielle Bedeutung für sehr viele (vielleicht sogar fast alle) Menschen hat. In der Philosophie hat die Frage eine lange Geschichte, auch wenn der Eindruck entstehen kann, dass sie dort mittlerweile eher in Ungnade gefallen ist. Für viele Menschen, die Philosophie nicht als akademische Disziplin kennen und wahrnehmen, ist die Frage nach dem Lebenssinn eine zutiefst philosophische. In etlichen populär-philosophischen Werken finden sie auch eine große Bandbreite an Antworten, etwa von Wilhelm Schmid oder Richard David Precht. Und obwohl Fragen wie die nach dem Sinn des Lebens wohl viele Studierende motiviert, sich für Philosophie zu inskribieren, beschäftigt sich die akademische Philosophie tatsächlich eher randständig mit dieser Frage. Aber in den letzten Jahren lässt sich vor allem im analytisch geprägten anglo-amerikanischen Sprachraum eine erneute Hinwendung zu diesem Thema feststellen. Im deutschsprachigen Raum dagegen ist eine solche Tendenz erst in Anfängen zu beobachten.

Dieser Themenblock von praefaktisch versucht zwei Dinge zu leisten: Einerseits will er die philosophische Diskussion zur Frage nach dem Sinn des Lebens aufgreifen und zugänglich machen. Welche unterschiedlichen Antworten bietet die Philosophie und wie werden diese begründet? Wie steht es um das Verhältnis der Konzepte von Sinn, Glück, Werten, Moral, Gerechtigkeit, Tugend und dem guten und sinnvollen Leben? Andererseits will dieser Themenblock auch dazu beitragen, die philosophische Fachdiskussion (wieder) an die existentielle und soziale Auseinandersetzung mit diesen Fragen zurückzubinden. Kann und soll die Philosophie hier (verbindliche) Antworten geben? Wie sollte sie das tun? Ist die Frage nach dem Sinn des Lebens eine rein akademische, kann sie von der Frage nach dem Sinn des je eigenen Lebens abgekoppelt werden? Ist die Philosophie vielleicht sogar selbst Teil eines sinnvollen Lebens?

Dieser Themenblock wird in Kooperation mit der Zeitschrift für Praktische Philosophie (ZfPP) bespielt. Michael Kühler, Sebastian Muders und Markus Rüther geben dort demnächst ein Schwerpunktheft zu diesem Thema heraus.