Methoden in der praktischen Philosophie

Anders als in der Theoretischen Philosophie scheint es in der Praktischen Philosophie keine Einigkeit über die dem Gegenstandsbereich angemessenen Methoden zu geben. Nach Jussi Suikkanen gibt es gegenwärtig eigentlich nur zwei einigermaßen verbreitete methodische Zugänge: Viele Philosophinnen würden mehr oder weniger der Rawls‘schen Idee des Überlegungsgleichgewichts folgen. Die anderen wären in loser Anlehnung an Feyerabends „anything goes“ der Meinung, es gebe gar keine Methode. Vor diesem Hintergrund will sich der Philosophieblog praefaktisch.de mit der Frage beschäftigen, was Philosophinnen eigentlich tun, wenn sie Praktische Philosophie betreiben. Wir wollen diskutieren, wie sie vorgehen und welche Erkenntnismethoden sie nutzen.

Konkreter geht es um diese und ähnliche Fragen: Wie verhalten sich ideale und nicht-ideale Theorie zueinander? Inwiefern ist die Diskussion von Utopien oder Gedankenexperimenten relevant? Was genau ist das Überlegungsgleichgewicht, und wie hilfreich ist es? Welche Alternativen dazu werden heutzutage genutzt? Wie greift man in der Philosophie richtig auf Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften zu, die oft komplex, ungenau oder auch widersprüchlich sind? Mit welchen Methoden und nach welchen Standards kann die praktische Philosophie Empfehlungen und Politikvorschläge formulieren? Welche Rolle können fiktionale Repräsentationen der Welt wie Film und Literatur in der praktische Philosophie spielen? Können empirische Erkenntnisse neben der Anwendung abstrakter philosophischer Theorien auch für die philosophische Theoriebildung selbst relevant sein, wie es die Experimentelle Philosophie behauptet?


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