25 Jun

Paradies Gamification. Eine Bestandsaufnahme

von Moritz Dittmeyer (München)

„Die Wahrheit lautet, dass Computer- und Videospiele in der heutigen Gesellschaft grundlegende menschliche Bedürfnisse erfüllen und dass die echte Welt diese Bedürfnisse derzeit nicht befriedigen kann. Spiele überhäufen uns mit Belohnungen, wie sie in der Wirklichkeit nicht üblich sind. Sie lehren, inspirieren und begeistern uns, wie diese es nicht vermag. Sie bringen uns näher zusammen, als es der Realität gelingt. […] Die Wirklichkeit ist – anders als in Spielen – zerbrochen. […] 

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06 Jun

Auf dem Weg in eine wissenschaftstechnologisch-utopische Zukunft – Ein Plädoyer

von Janina Loh (Wien)

In drei Schritten soll im Folgenden das Plädoyer für einen inklusiven und kritischen Diskurs mit Blick auf die modernen Technologien ausformuliert werden, nämlich erstens in einer Forderung nach der Wahrnehmung von Verantwortung im Umgang mit Technik auf (mindestens) vier gesellschaftlichen Ebenen, wofür die Voraussetzung eine radikale Absage an die sog. Neutralitätsthese im Umgang mit Technologien darstellt. Zweitens wird die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion konkreter Technologien im Gegensatz zu dem Beharren auf den Extrempositionen einer radikalen Ablehnung aller Technik schlechthin bzw. einer euphorischen Befürwortung neuer Technik betont. Schließlich wird drittens der Frage nach dem (moralisch) Wünschenswerten, nach dem (normativen) Sollen gegenüber der Frage nach dem (technisch) Möglichen und Machbaren eine Vorrangstellung eingeräumt. In diesem Zusammenhang soll abschließend auch auf die Vision einer starken künstlichen Superintelligenz und der ethischen Relevanz einer Beurteilung derselben eingegangen werden.

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14 Mai

KI und Ethik: Widersprüche und Fehler einer wichtigen Debatte

von Karsten Weber (Regensburg)

Moralische Maschinen: Falsche Fragen, falsche Antworten

Seit geraumer Zeit tauchen auf den Wissenschaftsseiten und/oder in den Feuilletons von Tages- und Wochenzeitungen immer Texte auf, die sich mit den moralischen Eigenschaften intelligenter Maschinen beschäftigen (eine ohne Zweifel willkürliche, in jedem Fall aber unvollständige Auswahl: Singularity: Erst Mensch gegen Mensch, dann Mensch gegen Maschine, Werden wir für sie wie Katzen sein?, Beherrscht uns künftig künstliche Intelligenz?, Alle Roboter sind von Geburt an gleich). Mal abgesehen davon, dass ähnliche alarmistische Überlegungen vermutlich auch im Zuge der dampfmaschinengetriebenen und später elektrifizierten Industrialisierung in großer Zahl geäußert wurden, ist mit Sicherheit festzustellen, dass es bzgl. der Angst vor der intelligenten Maschine nichts Neues unter der Sonne gibt: Ein Blick in die (populär‑)wissenschaftliche Literatur insbesondere der 1970er Jahre beweist, wie sehr Künstliche Intelligenz schon vor fast 50 Jahren zu beunruhigen wusste – paradigmatisch ist hier sicher Joseph Weizenbaums Buch Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, das unter diesem Titel 1977 in deutscher Sprache erschien; das englische Original war ein Jahr vorher unter dem Titel Computer power and human reason. From judgment to calculation veröffentlicht worden.

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