27 Jul

Das moralische Übel der Genfer Flüchtlingskonvention

von Frodo Podschwadek


Dieser Blogbeitrag kann auch als Podcast gehört und heruntergeladen werden:


Um es vorweg zu nehmen: Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen Menschen, die auf der Flucht sind und entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtlinge gelten, ebenso wenig gegen jene, die laut dieser Konvention keine Flüchtlinge sind. Was dieser Beitrag deutlich machen will, ist, dass die Unterscheidung von Flüchtlingen und ‚bloβen‘ Migranten moralisch fragwürdig ist und die Gefahr birgt, Debatten über die moralischen Rechte von Migranten aller Art ungerechterweise zu verzerren.

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08 Jul

Chancengleichheit und Armut

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf einen ausführlichen Beitrag im neuen Handbuch Philosophie und Armut, welches im April 2021 bei J.B. Metzler erschienen ist.


Von Marcel Twele (Bern)


Die Begriffe “Armut” und “Chancengleichheit” lassen verschiedene Interpretationen zu. Umfasst Armut nur das Entbehren absoluter Güter (wie eine nahrhafte Ernährung) oder auch positionaler Güter (wie gesellschaftliche Anerkennung)? Haben Menschen bereits dann gleiche Chancen, wenn sie, ohne diskriminiert zu werden, mit allen anderen um vorteilhafte  gesellschaftliche Positionen wetteifern können, oder erfordert Chancengleicheit einen Ausgleich sozial- oder gar genetisch ungleicher Ausgangsbedingungen, womöglich bereits im Kindesalter (oder früher)? Dies ist mehr als ein Streit um Worte, denn viele Menschen glauben, dass wir Gründe haben, Armut zu bekämpfen und Chancenungleichheit zu verringern. Doch auch hier ist man sich keinesfalls einig: Manche sehen Handlungsbedarf hinsichtlich keines oder nur eines der beiden Phänomene. Diejenigen, die sowohl ein (moralisches bzw. politisches) Prinzip der Beseitigung von Armut (im Folgenden “Suffizienzprinzip”) als auch ein Prinzip der Chancengleichheit akzeptieren, können zudem unterschiedlicher Ansicht darüber sein, was von beiden im Konfliktfall Vorrag hat.

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08 Jun

Klima und Armut

von Ivo Wallimann-Helmer (Fribourg)


Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf einen ausführlichen Beitrag im neuen Handbuch Philosophie und Armut, welches im April 2021 bei J.B. Metzler erschienen ist.


Der Klimawandel trifft die armen und ärmsten Weltregionen und Bevölkerungsgruppen besonders hart. Weder haben diese in der Vergangenheit viel zum Klimawandel beigetragen, noch ist ihr heutiger Treibhausgasausstoß annähernd so hoch wie derjenige in den entwickelten Industrienationen und einigen Schwellenländern. Eine der größten Schwierigkeiten besteht darin, mit Klimamaßnahmen die bestehende Armut nicht zu verstärken, sondern bestenfalls zu mildern. Ideal sind deshalb Maßnahmen, die nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch der Armutsbekämpfung.

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20 Mai

Das Lieferkettengesetz in der Diskussion. Potenziale und Herausforderungen für Arbeitnehmer*innen im globalen Süden – eine Bewertung auf Basis des Capability Ansatzes

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf einen ausführlichen Beitrag im neuen Handbuch Philosophie und Armut, welches im April 2021 bei J.B. Metzler erschienen ist.


Von Annekatrin Meißner (Passau)


Das Bundeskabinett hat am 3. März 2021 den Entwurf eines ‚Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten‘ für Deutschland verabschiedet. Die Reaktionen auf den Gesetzesentwurf des Sorgfaltspflichtengesetzes – besser bekannt als Lieferkettengesetz – fallen sehr unterschiedlich aus. Während er der Initiative Lieferkettengesetz und einer Vielzahl von Unternehmen nicht weit genug geht, bewerten 28 Wirtschaftsverbände die Verpflichtungen als zu umfassend. In diesem Beitrag möchte ich basierend auf dem Capability Ansatz von Amartya Sen eine Einschätzung zu den Potenzialen und Herausforderungen des Sorgfaltspflichtengesetzes für Arbeitnehmer*innen in Zuliefererbetrieben im globalen Süden geben und dabei besonders die Relevanz der Erweiterung des Capability Ansatzes um globale Umwandlungsfaktoren hervorheben.

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06 Mai

Zwischen Tugend- und Sozialethik: Armut in der Patristik und im Frühmittelalter

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf einen ausführlichen Beitrag im neuen Handbuch Philosophie und Armut, welches im April 2021 bei J.B. Metzler erschienen ist.


Von Peter Schallenberg (Mönchengladbach)


Alles Nachdenken einer christlich inspirierten Philosophie zur Armut beginnt mit dem programmatischen Satz Jesu: „Denn wo euer Schatz ist, da ist euer Herz!“ (Mt 6, 21) Es geht nicht um Reichtum und Armut an sich, es geht in gut platonischer und altkirchlicher Tradition um das Ziel des Denkens und Handelns, letztlich des menschlichen Lebens: Wozu ist der Mensch auf Erden?

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