01 Jul

Querfühlen statt Querdenken? Tocqueville zu Solidarität, Gemeinsinn und Individualismus in Zeiten von Corona

Von Sarah Rebecca Strömel (Regensburg)


Die QuerdenkerInnen-Bewegung ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Woche für Woche reklamieren ihre VertreterInnen das kritische Denken und das Hinterfragen der Entscheidungen von etablierten PolitikerInnen für sich. Von Personen, die ihren Unmut über die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zum Ausdruck bringen möchten, über generelle ImpfgegnerInnen bis hin zu strikten Leugnern der Existenz eines Coronavirus, VerschwörungstheoretikerInnen und nationalistischen Akteuren, die jede Gelegenheit nutzen, ohne Maske und Abstandsregel ihre Parolen schwingen zu dürfen, ist alles dabei. Der folgende Text möchte zeigen, was Alexis de Tocqueville – kritischer Analytiker der Demokratie – zum Zusammenhang von Emotionen im Kontext des Politischen und dem Erstarken der QuerdenkerInnen-Bewegung beizutragen hat.

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24 Jun

Videos: Deutsch als Wissenschaftssprache in philosophischen Zeitschriften

Die online Diskussionsrunde “Deutsch als Wissenschaftssprache in philosophischen Zeitschriften” fand am 8. Juni 2021 statt und wurde von der Zeitschrift für Praktische Philosophie gemeinsam mit dem populären Philosophieblog praefaktisch organisiert. Die Videos der Eingangsstaments sind zum Nachsehen online. Es diskutierten: Dagmar Borchers (Bremen, Zeitschrift für Ethik und Moralphilosophie), Andrea Esser (Jena, Deutsche Zeitschrift für Philosophie), Thomas Schramme (Liverpool, Ethik in der Medizin & Ethical Theory and Moral Practice) und Gottfried Schweiger (Salzburg, Zeitschrift für Praktische Philosophie). Andrea Klonschinski (Göttingen) hat die Moderation übernommen.

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23 Jun

Hegel als Zombie. Eine Erwiderung auf Daniel James und Franz Knappik

von Folko Zander (Jena)


Dass Hegel in vielen seiner Schriften leicht misszuverstehen ist, kann vorbehaltlos zugegeben werden. Das ist auch leicht verständlich angesichts der Schwierigkeit seiner philosophischen Gegenstände und der sich daraus ergebenden Probleme der sprachlichen Vermittlung. Deswegen sind in der seriösen Hegelliteratur Fehldeutungen, Uneinigkeiten und ein eher langsames Voranschreiten des Verständnisses eher zu finden als bei anderen Philosophen. Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern.

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17 Jun

Der Trolley-Führerschein. Eine pragmatische Bedienungsanleitung zu Gedankenexperimenten im Seminaralltag

Von Fredrik Brüggen, Johannes Löhr und Nils Wendler (Kiel)


Ob als nützliche Illustration moralphilosophischer Überlegungen geschätzt oder als weltfremde Spielereien abgetan – die philosophische Diskussion um Gedankenexperimente ist mindestens so lang wie der berühmte Trolley, der droht, auf fünf Gleisarbeiter*innen zuzufahren. Ähnlich vernichtend wie dieser Trolley für die fünf hilflosen Personen wäre, fallen auch einige Reflexionen über den Nutzen von Gedankenexperimenten in der Philosophie aus. Trotz der Fülle an Literatur hätten wir uns manchmal vor allem eines gewünscht: eine Bedienungsanleitung inklusive (kleingedruckter) AGB für den Umgang mit Gedankenexperimenten.

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15 Jun

Stolz und Vorurteil. Adaptive Erklärungen von Emotionen in der Evolutionspsychologie

Von Rebekka Hufendiek (Bern)


Stolz ist eine Emotion, die für viele Menschen recht unmittelbar nicht nur mit einem positiven Urteil über sich selbst und einem erhebenden Gefühl, sondern auch mit einer Reihe charakteristischer körperlicher Ausdrucksformen – wie einem siegesgewissen Lächeln, einem erhobenen Kinn und der sprichwörtlichen «Stolz geschwellten Brust» – assoziiert ist. Warum ist das so? Eine aktuelle Theorie aus der empirischen Psychologie beantwortet diese Frage folgendermaßen: Stolz hat sich bei uns als sozialen Wesen im Laufe der Evolution ausgebildet und lässt sich kulturübergreifend an den genannten Merkmalen erkennen. Diese Form des emotionalen Ausdrucks hat eine adaptive Funktion, da über ihn der soziale Status innerhalb der Gruppe kommuniziert wird: Der herausgestreckte Brustkorb und das erhobene Kinn gemeinsam mit dem siegesgewissen Lächeln signalisieren den anderen Mitgliedern der eigenen Gruppe, dass man sich selbst ganz buchstäblich für ein hohes Tier hält und diese Position gegebenenfalls auch zu verteidigen bereit ist.

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12 Jun

Versuch einer Verständigung – anstelle einer Replik zur Replik Dieter Schöneckers

Von Peggy H. Breitenstein (Jena)


Eigentlich ist der Einsatz für die Wissenschaft und ihre Freiheit zu wichtig und gewichtig, um kleine Streitgespräche zu führen. Aber da sich Dieter Schönecker die Mühe gemacht hat, eine Replik zu meinem Beitrag zu schreiben, nehme ich seine Einwände als Anlass, die Diskussion fortzusetzen und mich an einigen Stellen verständlicher auszudrücken oder auch selbstkritisch zu präzisieren.

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08 Jun

Klima und Armut

von Ivo Wallimann-Helmer (Fribourg)


Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf einen ausführlichen Beitrag im neuen Handbuch Philosophie und Armut, welches im April 2021 bei J.B. Metzler erschienen ist.


Der Klimawandel trifft die armen und ärmsten Weltregionen und Bevölkerungsgruppen besonders hart. Weder haben diese in der Vergangenheit viel zum Klimawandel beigetragen, noch ist ihr heutiger Treibhausgasausstoß annähernd so hoch wie derjenige in den entwickelten Industrienationen und einigen Schwellenländern. Eine der größten Schwierigkeiten besteht darin, mit Klimamaßnahmen die bestehende Armut nicht zu verstärken, sondern bestenfalls zu mildern. Ideal sind deshalb Maßnahmen, die nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch der Armutsbekämpfung.

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05 Jun

Wie sich in der Impfpriorisierung die (fehlende) Wertschätzung gesellschaftlicher Rollen zeigt

Von Christiana Werner (Duisburg-Essen)


Obwohl die Entwicklung der verschiedenen Impfstoffe gegen das Coronavirus ein wichtiger Schritt war und Anlass zur Hoffnung gibt, ist die Verteilung des Impfstoffs nicht unproblematisch. Ein großes Problem ist die internationale Verteilung des Impfstoffs. Ein weiteres Problem, mit dem ich mich hier beschäftigen möchte, ist die Verteilung auf nationaler Ebene. Ich beziehe mich mit meinen Überlegungen auf die Situation in Deutschland.

An der Entscheidung der Impfpriorisierung waren bzw. sind Gremien auf Bundes-, Landes- und Kreisebene beteiligt, so dass es bei der Frage, wer den Impfstoff schon bekommen kann und wer nicht, durchaus auch zu regionalen Unterschieden kommen kann. Bei der Festlegung der Priorisierungen wurden medizinische Kriterien berücksichtigt. Klar ist aber, dass nicht nur medizinische Kriterien berücksichtigt wurden.

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03 Jun

Konkretes zur Frage, warum ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gebraucht wird

Von Maria-Sibylla Lotter (Bochum)


Auf Praefaktisch.de sind zwei kritische Artikel zum Netzwerk Wissenschaftsfreiheit erschienen, die zeigen, dass Philosophen und Philosophinnen auch dann rein spekulativ arbeiten können, wenn sie es nicht mit Metaphysik, sondern Wissenschaftspolitik zu tun haben. Gibt es Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit? Bevor wir uns erneut in ideologische Scheingefechte begeben, möchte ich diese Frage ganz unspekulativ mit der Darstellung eines unserer aktuellen Fälle beantworten. Betroffen davon ist ausgerechnet der wohl unter deutschen Philosophen konsequenteste Verfechter der Wissenschaftsfreiheit Georg Meggle, der sich schon in den Achtzigern für eine freie Diskussion von Peter Singers Thesen eingesetzt und damals die Gesellschaft für Analytische Philosophie gegründet hatte, um die freie Diskussion auch heikler Themen zu ermöglichen.

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