Alter

Der Hype um den demographischen Wandel scheint etwas abgenommen und durch die apokalyptische Einstimmung auf die Klimakrise aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verdrängt worden zu sein. Dabei hat sich das Problem nicht geändert. Die reichen Gesellschaften des globalen Nordens werden immer älter und die Menschen leben dort immer länger. Das bedeutet eine Herausforderung auf individueller, sozialer, ökonomischer und auch politischer Ebene. Einerseits ist die Generation der heute alten Menschen (noch) mit guten Renten und Vermögen abgesichert, andererseits nimmt auch die Altersarmut und die Isolation im Alter zu. Der Prozess des Alterns wirft auch spezielle Frage über die Rolle der Zeit in der Ethik und für ein gutes Leben auf. Ältere Menschen sind tendenziell gesünder als noch vor einigen Jahrzehnten, die Verlängerung der Lebensspanne macht aber bestimmte Krankheiten wie etwa Demenz häufiger.

Der Philosophieblog praefaktisch.de will sich dem Thema des Altsein, des Alterns und den Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft widmen. Was macht ein gutes Altern aus? Gibt es spezielle Güter des Alterns? Wie könnte eine gerechte Verteilung zwischen den Generationen und innerhalb der älteren Generation aussehen? Welche speziellen Verpflichtungen gibt es gegenüber älteren Menschen – etwa im Bereich der Familie und zwischen Eltern und Kindern? Welche ethischen Fragen wirft der zunehmende Pflegebedarf auf, der jetzt schon zu einem großen Teil durch Frauen aus ärmeren Ländern geleistet wird? Welche Rolle spielen Frage der Sterbehilfe und die Ethik eines guten Sterbens? Wie ergeht es jüngeren Menschen in einer alternden Gesellschaft?