175 Jahre Nietzsche

Ernst Bloch hat in seinen Leipziger Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie seine Einheiten zu Nietzsche mit den Worten beendet: „Aber wenn Sie […] Nietzsches Gedichte lesen, auch aus der späteren Zeit, dann werden Sie berührt von etwas anderem, was durchaus etwas zu raten aufgibt, was, wenn kein Gift mehr geträufelt wird, laut werden kann, was gegen Verkleinerung und die üble spießige Art in der Zivilisierung aufbegehrt und was man in seiner schönsten Erscheinung zu allen Zeiten schließlich Jugend genannt hat.“

Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 geboren. Heute, 175 Jahre später, ist er wohl einer der am meisten gelesenen und rezipierten, aber auch einer der umstrittensten Philosophen – ein Schicksal, das er mit einigen seiner philosophischen Antipoden wie Hegel und Marx teilt. Die Philosophie Nietzsches wurde als gedanklicher Vorläufer des Nationalsozialismus gebrandmarkt, als revolutionär und berauschend gefeiert. Jedenfalls gibt Nietzsche zu denken auf – wenn man sich darauf einlassen will. Der Philosophieblog praefaktisch will den Anlass seines runden Geburtstags jedenfalls nutzen, um nach der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Nietzsche, seiner Philosophie und seines Einflusses zu fragen. Was bleibt von einem, der vieles zertrümmern wollte? Was sagt uns der Anti-Moralist in der heutigen Zeit? Was steckt hinter der sprachlichen Wucht von Nietzsches Schriften – und welche leisen Zwischentöne stecken in ihnen?

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