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Hier tragen Gottfried Schweiger (Salzburg) und andere Gäste von  prae|faktisch regelmäßig ihre 0,02€ zu Dingen inner- und außerhalb der akademischen Philosophie bei. Dafür ist ein Blog ja auch da. Manchmal nur schnell aus der Hüfte geschossen, manchmal mit Vorlaufzeit und überlegter. Zu Themen, die kurzfristig aufpoppen und solchen, die lange brodeln. Jedenfalls, weil es Dinge sind, die uns beschäftigen/aufregen/nachdenklich machen und die vielleicht auch andere interessieren könnten. Falls jemand anderer Meinung ist, ist das natürlich auch OK. Dann schickt bitte einfach ein E-Mail.

 

03 Aug

Tagungskomplikationen – Moralische Erpressung

von Gottfried Schweiger (Salzburg)


Ich glaube, ich wurde Opfer einer moralischen Erpressung. Zumindest bin ich unverschuldet in eine etwas unangenehme Situation geraten. Aber was war geschehen? Als ich vor ein paar Tagen auf dem Weg in den Urlaub am Flughafen noch kurz meine E-Mails las – ein Blogbeitrag über die negativen Auswirkungen der Unfähigkeit vieler (jüngerer) Wissenschaftler_innen, ihre E-Mails nicht andauernd und überall zu lesen, kommt später einmal – waren zwei sehr ärgerliche dabei. Hier will ich aber nur über eine Sache schreiben, die andere kommt dann nächste Woche dran. Die eine E-Mail war die Antwort einer Kollegin, die ich für einen Plenarvortrag für eine Tagung nächstes Jahr eingeladen hatte. Ich werde hier natürlich keine Namen nennen und auch die betreffende Tagung verschweigen. Da ich an einem interdisziplinären Forschungszentrum arbeite, organisiere ich nicht nur Philosophieveranstaltungen, sondern auch einen Haufen anderer Sachen, aber die Disziplin dieser Kollegin spielt eigentlich keine Rolle.

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18 Jul

Bedrohte akademische Freiheit. Der Fall Central European University

von Alexander Reutlinger (München)


Seit einem Jahr steht die Central European University (CEU) in Budapest unter hohem Druck, ja letztlich droht ihre Schließung. Grund dafür ist ein 2017 von der ungarischen Regierung verabschiedetes Gesetz („Lex CEU“). Dieser Vorgang ist ein – zumindest in der EU – beispielloser Angriff auf eine Universität. Nach der jüngsten Wiederwahl von Viktor Orbán hat sich die Lage der Universität in Ungarn keinesfalls verbessert.

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27 Apr

Tagungen abschaffen?

von Gottfried Schweiger (Salzburg)


Drüben auf Slippery Slopes verrät uns Thomas Hoffmann, dass philosophische Tagungen eigentlich unnütz, ja sogar bloß teure Zeitverschwendung sind und am besten gleich ganz abgeschafft werden sollten bzw. wenn die Finanziers dieser Dinge genauer hinsehen würden, diese das Geld ganz von alleine abdrehen würden. Es ist ja schon einige Male (im Netz, im Büro, am Gang, nach, vor und während einer Tagung)  über Tagungen gemotzt worden und vermutlich hat sich jede Teilnehmerin akademisch-philosophischer Events schon ähnliche Gedanken gemacht: Wozu das Ganze? Was mach ich hier? Soll das wirklich alles sein? Immer die gleichen (alten, weißen männlichen) Vortragenden! Du da vorne, bitte hör auf! Wir komm ich hier raus? – das ist also keine neue Klage. Und ich stimme in einigen Einsichten mit Hoffmann durchaus überein (und viele schlimme Dinge erwähnt er gar nicht!). Manche Tagungen sind fad, unproduktiv, ja geradezu furchtbar. Und das Verhalten mancher Kolleg_innen (auf Tagungen und darüber hinaus) ist auch zum (fremd)schämen. Dennoch! Ein paar Bemerkungen – ich will es nicht hochtrabend Differenzierungen nennen – will ich zum Sinn und Unsinn philosophischer Tagungen anbringen.

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