21 Sep

Seine Geschichte der Philosophie. Zum Alterswerk von Jürgen Habermas

Vittorio Hösle (University of Notre Dame, USA)


Für alle eine Überraschung war es für viele ein erneuter Anlass zur Bewunderung und für einige wohl auch ein kleines Wunder, als Jürgen Habermas mit seinem umfangreichen Alterswerk: Auch eine Geschichte der Philosophie (2 Bände, Suhrkamp 2019) nochmals die Summe aus seinem Schaffen und dem seiner Zunft zu ziehen unternahm. Die Resonanz war groß, wie zu erwarten vielstimmig und doch immer auch von der Verlegenheit begleitet, die knapp 1700 Seiten überhaupt angemessen würdigen zu können. Vittorio Hösle hat es in der Philosophischen Rundschau, anlässlich des neuen Hermeneutik-Sonderhefts, nun auf sich genommen, auf immerhin knapp 40 Seiten eine eingehende Besprechung zu verfassen, die sich zugleich als Antwort auf Habermas philosophisches Epochen- und Weltbild versteht. Im folgenden Beitrag, einem repräsentativen Auszug, findet sich eine Art Resümee der Auseinandersetzung, die insbesondere das Verhältnis von Glauben und Wissen bei Habermas kritisch pointiert. (Anmerkung der Redaktion)

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14 Sep

Feminist Strike: Frauen machen Revolution.

von Maria Robaszkiewicz (Paderborn)


Der Begriff des feministischen Streiks rückt wieder ins Zentrum feministischer Debatten, diesmal durch das Buch von Verónica Gago, Feminist Inernational. How to change everything.[1] Gago und ihre Compañeras vom Kollektiv Ni una menos gerieten auch ins Blickfeld der Mainstream-Medien, als kurz vor dem Ende des letzten Jahres in Argentinien ein Gesetz verabschiedet wurde, das die kostenlose Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche legalisiert. Die Massen von Aktivist*innen, die sich vor dem Argentinischen Nationalkongress versammelt haben, jubelten vor Freude.

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07 Sep

Shut up and take my money – Die Bedeutung von Nichtwissen für die Konsumverantwortung

Von Sebastian Müller (Köln)


Der Händler, der in Matt Groenings Cartoonserie Futurama die Verkaufsbedingungen des neuen Eye-Phone herunterbetet (“Macht 500 $, läuft nur über einen Provider, die Batterie wird schnell leer und der Empfang ist nicht sehr gut”), wird von dem Hauptprotagonisten Fry mit den Worten „Halt den Mund und nimm mein Geld“ in seinem Sermon unterbrochen. Fry ist so begeistert von dem neuen Smart-Device, dass er alle potenziell störenden Informationen, die mit dem Gerät in Verbindung stehen könnten, im Vorfeld ausblendet. Im Fortgang der Serie verwandelt das Eye-Phone alle NutzerInnen in zombieähnliche Lakaien des Eye-Phone Konzerns.

Ist Fry aufgrund des lückenhaften Informationsstands davor bewahrt, Verantwortung für seinen Konsum übernehmen zu müssen, gibt es marktimmanente Strukturen, die Frys‘ Nichtwissen fördern und ist seine ablehnende Haltung gegenüber unliebsamen Produkt- und Produktionsinformationen symptomatisch für den Konsumalltag? Diesen Fragen möchte ich im Folgenden etwas genauer nachgehen.

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31 Aug

Kommunale Online-Partizipation: Fehlende Grenzen, fehlende Legitimität

von Jonathan Seim (Düsseldorf)


Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Aufsatz, der in einem Schwerpunkt zur Philosophie der Stadt in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift für Praktische Philosophie (ZfPP) erschienen ist. Der Aufsatz kann auf der Website der ZfPP kostenlos heruntergeladen werden.


Innerhalb der letzten Jahrzehnte wurde immer wieder eine Krise repräsentativer Demokratien diagnostiziert. Als ein Ausweg aus dieser Krise wird oftmals eine stärkere Einbindung der Bürger:innen in politische Beratungs- und Entscheidungsprozesse verstanden. In diesem Kontext erfreuen sich internetgestützte Verfahren der Bürger:innenbeteiligung insbesondere auf kommunaler Ebene zunehmender Beliebtheit. Die Frage, wer sich an solchen Verfahren beteiligen können sollte, ist bisher allerdings nur unzureichend thematisiert worden.

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26 Aug

Wen oder was sollten wir essen?

Von Johann S. Ach (Münster)


Die weltweite Fleischproduktion hat immense negative Folgen: für die Gesundheit der Konsument:innen, für das Klima, mit Blick auf die Ernährung einer weiter wachsenden Weltbevölkerung – und nicht zuletzt für die Tiere, die für den menschlichen Verzehr gezüchtet, gehalten und geschlachtet werden. Als Alternative wird seit einiger Zeit die Entomophagie diskutiert. Darunter versteht man den Verzehr von Insekten, deren Larven und artverwandten Gliederfüßern. Sollten wir also Mehlwürmer, Hausgrillen oder Wüstenheuschrecken essen? Ganz so einfach ist es leider nicht.

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24 Aug

Was können wir von der Philosophie lernen, um Diskriminierung im Gesundheitswesen entgegenzuwirken?

Maximiliane Hädicke auf Basis des gemeinsamen Aufsatzes mit Claudia Wiesemann, der in der Ethik in der Medizin (EiM) erschienen ist. Der Aufsatz kann auf der Seite der EiM kostenlos heruntergeladen werden und entstand im Rahmen des BMG-geförderten Forschungsprojekts Trans*Kids.

Dieser Blogbeitrag kann auch als Podcast gehört und heruntergeladen werden:


Wird von Diskriminierung gesprochen, geht es um eine spezifische Form der Ungleichbehandlung. Doch worin genau liegt die Spezifik? Darüber wird in der Philosophie anhaltend diskutiert (vgl. Klonschinski 2020). Obwohl die Debatte um den Begriff kontrovers ist und mitunter sehr abstrakt geführt wird, lassen sich auch für die Praxis wichtige Überlegungen extrahieren. Ein Ziel unseres Aufsatzes war es, diese für das Handlungsfeld der Medizin und die anwendungsorientierte Debatte der Medizinethik aufzubereiten. So ist es, etwa für im Gesundheitswesen tätige Personen wichtig, identifizieren zu können, wer von Diskriminierung betroffen sein kann. Im Folgenden werden drei Argumentationsstränge zu dieser Frage skizziert und ein kurzer Ausblick auf ethische Schlussfolgerungen für die Praxis gegeben.

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17 Aug

Kann man Bedeutung essen? oder Über Gottfried Kellers Der grüne Heinrich (1855) und den Hecht

Von Jennifer Zimmermann (Berlin)


Dass der Akt des Essens wie auch die Wahl der Speisen mehr und anderes beinhaltet als die reine Ernährungsfunktion, dass auch „die Küche einen Geist“ und „der Geist eine Küche“ hat, soll anhand von Gottfried Kellers realistischem Roman aufgezeigt werden. Ausgehend von der berühmten These des Philosophen Ludwig Feuerbach: „Der Mensch ist, was er isst“, wird folgend die unauflösbare Liaison von Essen, Trinken und (nicht nur, aber v.a. religiös besetzter) Bedeutsamkeit diskutiert.

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12 Aug

Empathie-Förderung im Unterricht

Von Bettina Bussmann (Salzburg), Volker Haase (Freiburg), Angela Pühringer (Taufkirchen an der Pram)


Als vermeintlich wichtige Fähigkeit ist Empathie in den letzten Jahren zum öffentlichen Diskussionsthema geworden. Immerhin sind viele davon überzeugt, dass sie uns zu besseren Menschen macht, obwohl bislang kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Empathie und moralischem Handeln gezeigt werden konnte. Die unterschiedlichen Inanspruchnahmen gehen nicht zuletzt von den Unklarheiten aus, die sich in der Forschung schon bei der Frage auftun, was unter dem Begriff überhaupt zu verstehen ist. Vor diesem Hintergrund zeigt sich aber auch schnell, dass fachdidaktische Konzeptionen von Empathie als vermittelbare Kompetenz bislang zu kurz greifen und dass es entsprechenden curricularen Vorgaben und unterrichtsmethodischen Vorschlägen an der notwendigen Reflexionstiefe mangelt.

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